Bericht Wildspitze Jubiläumsgrat 2012

Aufstieg zur Breslauer Hütte

Der Wetterbericht sagt gutes Wetter für das Wochenende vorraus und so kann der Plan die Wildspitze nach langer Zeit ein zweites Mal zu besteigen in Angriff genommen werden. Allerdings soll diese Mal der Zustieg über den Rofenkarferner und den Jubiläumsgrat erfolgen, falls die Bedingungen das zulassen. Da das Wetter gut ist, beschliesse ich die Anfahrt mit dem Motorrad durchzuführen.

Motorrad mit Bergausrüstung
Start der Bergtour in Vent

In Vent 1895m treffe ich meine Mitstreiter und wir starten um 16:45 Uhr den Aufstieg von unten zur Breslauer Hütte 2840m. Michael hat seinen 83-jährigen Vater dabei, der mit der Sesselbahn fährt, den Rest zur Hütte aber zu Fuß – Respekt! Das Wetter ist prima, es hat zwar ein paar Wolken und ist sehr warm, aber durch den Wind gut erträglich. Nach 2 Std. erreichen wir die sehr schöne Hütte und beziehen unser Lager ganz oben. Zum Glück sind wir da ganz alleine und haben unsere Ruhe. Das Essen ist dann auch prima, wir können zwischen 5 Hauptspeisen wählen, welch ein Service.

Wildspitze Jubiläumsgrat   

Nach relativ angenehmer Nachtruhe, stehen wir um 4:45 Uhr auf, ab 5:00 Uhr gibt es Frühstück. Wir starten dann um 5:55 Uhr, mit kräftigem Wind. Erreichen recht bald den Gletscher und legen Steigeisen und Seil an. Der Gletscher lässt sich gut begehen, nur unter dem Taufkarkogel müssen ein paar Spalten im Zick-Zack umgangen werden. Nehmen dann als erstes den Taufkarkogel in Angriff. Spuren durch die doch ganz schön steile Flanke leicht rechts haltend nach oben und stehen schon recht bald am Gipfel. Von hier haben wir einen prächtigen Ausblick auf unser eigentliches Ziel, die Wildspitze und den Jubiläumsgrat.

Blick auf Jubiläumsgrat vom Taufkarkogel 3367m
Gipfel Taufkarkogel mit Aufstiegsroute Wildspitze
Jubiläumsgrat
perfektes Wetter

Vom Taufkarkogel steigen wir dann wieder ab auf den Rofenkarferner und steigen über diesen weiter auf zum Jubiläumsgrat. Der Schnee wird so langsam immer weicher und kräftige Spurarbeit ist angesagt. Wir sind ganz alleine auf dieser Route unterwegs, sehr schön. Mit Respektabstand zur überdimensionalen Abbruchkante des Taschachferners zum Rofenkarferner erreichen wir den felsigen Gratansatz. Nun steigen wir leicht rechts haltend in der Flanke zum ersten Höcker (3677m) hinauf. Die Gratkante ist stets überwechtet und bleibt somit immer einige Meter über uns. Nun kann man den 50° steilen Aufschwung auf den Nordgipfel schon gut erkennen. Nach wenigen Metern in die Einsattelung hinab, geht es dann gleich zur Sache. In landschaftlich grandioser Umgebung besteigen wir den steilsten Teil welcher direkt im Nordgipfel (3765m) endet.

Schlüsselstelle 50° steiler überwächteter Grat
am Grat

Vom Nordgipfel steht der Südgipfel mit dem höchsten Punkt direkt vor uns. Die letzten Meter sind unproblematisch und schon bald stehen wir auf dem Gipfel. Ausser uns ist nur noch eine Seilschaft am Gipfel und so können wir das grandiose Panorama in Ruhe geniessen. Der Abstieg erfolgt dann über das Mitterkarjoch. Auf dem Normalweg sind noch eine Menge Leute unterwegs, bei diesem Wetter kein Wunder. Vom Mitterkarjoch wurde ein neuer Klettersteig durch den Fels angelegt, der bei Ausaperung der Rinne auf jeden Fall die bessere Wahl darstellt. Immer wieder die noch vorhandenen Altschneefelder nutzend, geht es recht flott nach unten und zurück zur Hütte. Nach ausgiebieger Rast steigen wir ab nach Vent und ich trete mit dem Motorrad die Heimreise über Timmelsjoch, Jaufenpass, Brenner und Achensee an.

die letzten Meter zur Wildspitze
Abstieg über Normalweg mit Karawanen
links im Fels neuer Klettersteig zum Mitterkarjoch
prächtige Kulisse

Aufstieg Hütte: 950Hm
Aufstieg Wildspitze: 1150Hm, Abstieg: 2100Hm

Zeiten:
Start Hütte 5:55 Uhr
Wildspitze 9:45 Uhr, 3:45 Std.